Die »Rixdorfer« – das sind Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt (†).

In Kreisen von Künstlern und Kennern waren die »Rixdorfer« und Ihre Drucke mittels ausgedienter Blei- und Holzlettern schon vor 55 Jahren ein Begriff. Alle vier haben ihr eigenes Œuvre, aber jeder stellt das seine in den Dienst der Gruppe. Die unverwechselbaren Handschriften der »Rixdorfer« ließen neue Sehweisen entstehen und veränderten die Ästhetik der seither tätigen  Pressedrucker.

Die Künstler praktizieren ihr Handpressen-Gruppen-Handwerk bis heute in der typischen Verbindung von Wort- und Druckkunst – und sind immer wieder in zahlreichen Museen, Sammlungen und Ausstellungen zu besichtigen. Seit den Anfängen im Jahr 1963 in einem Berliner Hinterhof stand ihre Zusammenarbeit mit Dichtern und Schriftstellern im Zentrum, ihre Autoren haben Literaturgeschichte geschrieben. Die Themen sind oft zeitkritisch-provokativ, ohne einer Mode zu folgen.

Insbesondere in den 1960er Jahren pflegte die Künstlergruppe das Image des Bürgerschrecks. In der Druckwerkstatt entstanden über die Jahre immer neue respektlose und witzige Einfälle, die
dem politischen und kulturellen Leben Deutschlands auf den Zahn fühlten – und zählen heute zu einem bedeutenden deutschen Kulturgut.

1975 zog das Künstlerkollektiv von Berlin ins Wendland auf Schloss Gümse. Heute sind die vitalen Bohemians wieder zurück in Berlin in der Potsdamer Straße.